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Aktuelles

Der „rote Faden“ für einen Vortrag für die „American Chamber of Commerce“ im November 2016.

Du musst dein Leben ändern…

wenn du vom rechten Weg abgekommen bist,
wenn das, was du tust, nicht mehr dem
entspricht, was du eigentlich wirklich in
deinem Leben tun und sein möchtest.

Die Dakota Indianer haben das so gesagt: „Wenn das Pferd unter dir tot ist, spring ab“.

Ich habe das vor 35 Jahren gespürt.

Die Tiere, die Grundlage meines Berufes,
was machen wir da? Wie gehen wir
mit ihnen um? Spaltenböden, enge
Ställe…. Das ist Frevel! Es sind doch Mitgeschöpfe und
empfindungsfähige Wesen. Das ist Dummheit. Wir essen sie!

Der Druck des Handels wird immer mörderischer.
Ich bin nicht mehr Herr in meinem Unternehmen.
Ich muss wichtige Werte aufgeben, soziale, qualitative und ästhetische.

Meine Kinder haben keine Lust auf HERTA:

Ich steige aus. Ich fange noch einmal von vorne an.

Es ist alles noch viel schlimmer gekommen.

Die Hochleistungs-Hybrid-Zucht macht die Tiere kaputt.
Inzucht. Sie sind Kunstprodukte, Hybride,
wie aus der Retorte der Alchemie.

Die Intensiv-Tierhaltung führt zu Qual und Leiden
Und provoziert höheren Medikamenteneinsatz und
zu viel Antibiotikaeinsatz.

In den Schlachtfabriken regieren die Maschine und die Effizienz.
Metzger – Handwerker sind durch moderne Sklaven aus armen
Ländern ersetzt: Ein Handgriff, mehr braucht es nicht!

Ich habe erlebt, wie in den Neunzigerjahren die „Gelernten“ und
„Ortsansässigen“ mit einem goldenen Handschlag verabschiedet wurden.

Da standen sie nun herum, Mitte fünfzig Jahre
alt, groß und kräftig und wurden nicht mehr gebraucht.
Abgehängt!

Wenn es einen wie Donald Trump gegeben hätte, sie hätten
ihn gewählt.

Noch einmal das Bild vom toten Pferd.

Die wissenschaftliche-technische Landwirtschaft, die wir uns in den letzten fünfzig Jahren weltweit eingerichtet haben, ist tot.

Aber: Auf dem toten Pferd sitzen ganz viele, die wollen, dass das Pferd weiterläuft, weil sie prächtig daran verdienen: Der Handel, die Schlachtfabriken, die Pharmaunternehmen, die Traktoren- und Stallbauer, die Banken, die Entsorgungsbetriebe, etc. etc. Sie tun alles, dass das Pferd lange weiterläuft. Sporen geben – und keiner darf es merken.

Das Pferd ist symbolisch der Bauer. Er hat brav alles so gemacht, wie die Berater gesagt haben: Glyphosat auf die Äcker, riesige Maschinen, riesige Ställe, Automation, hohe Schulden und viel Arbeit. Zu viele billige Lebensmittel, kaputte Preise, kaputte Bauern, eine Tragödie.

Müssen erst ganz viele Vegetarier werden, aus Protest? Oder gar Veganer?

Wir wissen immer mehr von den Tieren. Tierverhaltensforschung sowie Gedanken rund um die Tierethik haben hohe Aufmerksamkeit bei immer mehr nachdenklichen Menschen. Die Tiere rücken uns immer näher.

Gleichwohl, sie schauen uns an aus fernen, fremden Welten. Wir messen sie mit unseren Wertvorstellungen von Intelligenz, Gefühlen, Sprache, Selbsterkennen, etc. etc.

Da ist mir etwas eingefallen, nämlich die Vorstellung, Schimpansen kämen auf den Gedanken, Verhaltensforschung bei ihren nächsten Verwandten zu machen, beim Homo sapiens. Sie würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und entsetzt sein. Dieses Wesen, das Vernunft für sich in Anspruch nimmt, das Moral und Ethik denken kann, das Götter erfindet, Musik komponieren und Kunst machen kann… Was aber macht dieses Wesen auch für schreckliche Dinge? Massaker an anders Denkenden. Grausame Kriege und Atombomben. Es plündert und zerstört seine Lebensgrundlagen, macht fruchtbaren Boden kaputt, quält die Tiere, verantwortungslos und nur um kurzfristigen Gewinn zu machen. Unfassbar, dieser Homo sapiens sapiens. Sie stellten ihre Verhaltensforschung ein und blieben lieber in ihrer Welt.

In Herrmannsdorf ist alles so ganz anders! Wir versuchen es zumindest.

© 2016 Karl Ludwig Schweisfurth